Doch zurück zum Clown. Die Nationalversammlung in Paris erließ 1791 ein Dekret,
das jedem Bürger erlaubte ein Theater zu gründen. So entsstanden viele Theater,
auch Astley ließ in Paris "Astleys Amphitheater" bauen. In der Wirren der frz.
Revolution mußte er aber Paris verlassen und mit dem Bürger Antoine Franconi
übernahm der Gründer einer der berühmtesten Zirkusdynastien das Amphitheater.
Napoleon - selbst Theaterliebhaber - erließ 1806 ein Dekret, das die Anzahl
der Theater limitierte und jedem Theater ein ganz bestimmtes Genre zuwies.
Franconis Cirque Olympique durfte Mimodramen zeigen, Reiterdressuren und
Dressurakte sowie Geschicklichkeits- und Kraftakte.
Die Spectcles de la Curiosité durften in nichts an die dramatischen Theater
erinnern, sie zeigten Marionetten, Automaten, Panoramen und Schattenspiele ebenso
wie Akrobatik und Seiltanz.
Im Théatre de la Gaieté spielte man Farcen und Harlekinaden während im 1813
eröffneten Spectacle des Funambules ausschließlich Geschicklichkeitsspiele
(Jonglieren), Springernummern und Seiltanz gezeigt werden durften. 1815 erhielt
das Funambules jedoch die Erlaubnis für Harlekinpantomimen ohne jedes gesprochene
Wort.
Dort debütierte 1816 der erste große Vorläufer des Clowns - Jean Babtiste
Debureau - mit seiner Pantomime "Der Arzt".

Mit seinem losen weißen Kittel mit langen weißen Armeln, den weiten weißen Hosen,
der schwarzen Kappe und dem schneeweisen Gesicht erschuf er den unvergessenen
französischen Pierrot, ganz ohne die Dummheit und die Plumbheit der italienischen
und englischen Vorgänger.
Debureau wurde berühmt, faszinierte auch Literaten und Künstler und der
faszinierende Film "Die Kinder des Olymp" setzte ihm ein würdiges Denkmal.
napoleon, Rev. 2, Zuletzt geändert 2006-11-17 13:20, 464 Aufrufe