[[erasmus_von_rotterdam]] Circuslexikon

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Erst bei dem Humanisten und Augustinermönch Erasmus von Rotterdamm (1466 - 1536)
wurden meine beruflichen Vorgänger in ein besseres Licht gerückt. Er drängte auf
Ausgleich und Harmonie und suchte den Zusammenhang von Antike und Christentum,
von Sokrates und Christus, von Vernunft und Menschlichkeit.
Sein "Lob der Torheit" (1511) zeigte eine positive Sicht der Narrengestalt. Der
Narr verfügte nun über schöpferische Kräfte und ist Beweger der Phantasie. Erasmus
von Rotterdamm will nicht belehren oder erziehen, er sieht in der heilsamen
Torheit die wahre Weisheit und in der eingebildeten Weisheit die wahre Torheit.
Seine Auffassung war auch kirchenkritisch, den für ihn stand der Narr, der Tor in
der Nachfolge Christi. Er war der Träger einer höheren Weisheit, der anerkennt,
daß die wahre Weisheit allein bei Gott liegt.

Und damit hat er eigentlich gar nichts Neues erfunden, sondern nur gründlich in
der Bibel gelesen. Denn Paulus sprach schon: "Wie einem Toren hört mir zu, denn
ich spreche nicht im Herrn, sondern wie in der Torheit" (2. Kor. 11, 16 - 17) und
"Wir sind Toren um Christi Willen" (1. Kor. 4,10).

erasmus_von_rotterdam, Rev. 1, Zuletzt geändert 2006-11-17 11:37, 499 Aufrufe
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